Praga Lady

Tschechoslowakei, Baujahr 1937

Auch die Wehrmacht war geblendet

Dreißig wohlhabende Prager gründeten im Jahr 1871 die „Prvni ceskomoravska tovarna na stroje v Praze“, die „Erste Tschechisch-Mährische Maschinen Fabrik“. Damit sollte ein politisches Signal gesetzt werden. Denn die Tschechen wollten sich von Österreich abgrenzen. Dazu brauchte man eine eigene, funktionierende Wirtschaft.
Zwischen 1907 und 1909 wurden Dampfkessel, Straßenwalzen und Kräne erzeugt sowie die ersten Automobile
unter dem Markennamen Praga. 1913 kam der Praga Alfa auf den Markt. Mit 1130 ccm Hubraum und 15 PS kam er zwar nur auf eine Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern. Aber mit einem 3-Gang-Getriebe und Hinterradbremsen versehen, war er viele Jahre hindurch ein Erfolgsmodell des Hauses. Zuverlässigkeit war den Praga-Kunden wichtiger als Geschwindigkeit. Als 1924 der Praga Piccolo vom Band lief, war dem noblen Alfa ein „Volkswagen“ gegenübergestellt.
Mit 10 PS und einem 707-ccm-Vierzylinder-Motor ausgestattet, beschleunigte dieser auf 60 km/h und war nicht nur für die Oberschicht erschwinglich.
In den 1920er und 1930er Jahren wurden zwei- und dreiachsige Pkw und Lkw für die tschechoslowakischen Streitkräfte gefertigt. Flugzeuge, Panzer und Motorräder komplettierten das militärische Praga-Sortiment. Während des Zweiten Weltkriegs übernahm die Wehrmacht viele dieser Fahrzeuge. Geblendet war das Militär unter anderem auch von der Anmut der 1936 entwickelten Praga Lady. Motorisiert war die hübsche „Dame“ mit einem 1,6-Liter-Motor.

Hubraum: 1660 ccm
Leistung: 30 PS, 4 Zylinder
Höchstgeschwindigkeit: 110 km/h

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