Steyr 50 Baby

Österreich, Baujahr 1937

Kleiner Mann ganz groß

Der Wiener Maschinenbauingenieur Karl Jenschke war maßgeblich beteiligt, dass 1934 der Steyr 100 auf den Markt kam: ein sparsamer Wagen mit den Vorzügen eines großen Automobils und den bereits typischen Merkmalen des Volkswagens. In dieser Zeit dürfte auch die Idee für das Steyr Baby entstanden sein. In den ersten beiden Prototypen schlummerte ein luftgekühlter 2-Zylinder-Motor mit nur 14 PS, während der Nachfolger bereits mit Wasserkühlung ausgestattet war. Ziel der Konstruktion des Steyr Typ 50 war, dass vier erwachsene Personen mitsamt Gepäck ausreichend Platz darin hatten – wobei der Anspruch nach „ausreichend Platz“ nicht mit heutigen Maßstäben gemessen werden darf.

Alles in allem war der Steyr 50 sehr modern. Der Graugussmotor schaffte 90 km/h. Der Einstieg zu den hinteren Plätzen und das Stahlschiebedach hinterließen großen Eindruck bei den Journalisten. Als Kriterium galt in der Alpenrepublik der Test am Katschberg. Schaffte ein Wagen die 32% Steigung nicht, so hatte er kaum eine Verkaufschance. Der Steyr schaffte das spielend. Probefahrten wurden auch in der afrikanischen Wüste durchgeführt, um die Motorenleistung bei sich ständig ändernden Temperaturen zu testen.

Bis 1938 wurden rund 3000 Steyr Typ 50 verkauft. Es gab mit dem Steyr 50 Spezial und dem Steyr 55 eine optische Weiterentwicklung mit Chrom und edlerem Design. Doch das Fahrzeug war dann nicht mehr preiswert. Ein Steyr Typ 50 kostete 4.500 Schilling (fast 3.000 Reichsmark). Mit dem Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland wurde die Pkw-Produktion in Oberösterreich 1940 eingestellt. Bis dahin verließen 13.000 „Babies“ die Steyr-Werke.

Hubraum: 984 ccm
Leistung: 22 PS, 4 Zylinder
Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h

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